Female Exile

“wir fielen aus einer zeit in eine andere. so fielen wir doch, oder? wie ein baum der länge nach samt wurzeln fällt. genau auf die linie zwischen leben und tod. die linie! schau, eine linie! eine zarte linie mitten in der nebeldecke. ist das eine linie oder der weg, der nach hause führt?”

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Female Exile, 29-30 November 2025

Yildiz Çakar ist eine der renommiertesten kurdischen Stimmen der Gegenwartsliteratur. Ihr Drama “nicht erinnern können” führt auf poetisch-allegorische Weise durch Erinnerungen an Kindheit, Flucht und an die fragile Grenze zwischen Leben und Überleben.

Female Exile präsentiert das Werk in zwei Formaten, die Literatur, Bild und Performance verbinden: Als handgefertigtes Künstlerinbuch mit Lithografien von Raquel Ro und in einer Lesung von Yildiz Çakar und Figurenspielerin Tine Hagemann. Das Projekt setzt ein Zeichen für das Herausgeben von Theatertexten und öffnet einen Raum für eine Exilliteratur, die sich nicht als Opfer zeigt, sondern mutig gegen Unterdrückung spricht.

  • Female Exile: book presentation. 19:00, 29 November 2025, Steindruckwerkstatt, Münchener Künstlerhaus.Samstag, 29. November, 19 Uhr
    Buch- und Lithografiepräsentation
    In der Lithografiewerkstatt des Münchner Künstlerhauses stellt Raquel Ro das Künstlerinbuch mit ihren Lithografien vor und spricht über den Prozess der künstlerischen Übersetzung zwischen Sprachen, Körpern und Bildern.
  • Sonntag, 30. November, 16 Uhr
    Lesung und Künstleringespräch
    Female Exile: inszenierte lesung. 16:00, 30 November 2025, Bellevue di Monaco.Im Bellevue di Monaco lesen Yildiz Çakar und Tine Hagemann aus dem Drama, begleitet von einem Gespräch mit Raquel Ro und Suzan Çakar über Sprache als Gegenwehr, weibliche Stimmen im kulturellen Diskurs und die Verbindung von Tradition und Gegenwart.

Sprachen: Deutsch und Kurdisch (Kurmandschi). Beim Gespräch ist Übersetzung ins Englische oder Türkische möglich.

Tickets: Solipreis 0–5 €
Anmeldung: info@magdalenamuenchen.de

Mit: Yildiz Çakar, Tine Hagemann, Raquel Ro, Suzan Çakar, Marianne K. Klausen und Helen Varley Jamieson
Konzept und Umsetzung: Magdalena München (Marianne K. Klausen, Raquel Ro und Helen Varley Jamieson)
Lektorat/Nachdichtung: Tobias Roth
Grafik: Carina Müller
Presse: Angelika Schindel
Kooperationspartnern: Münchner Künstlerhaus, Bellevue di Monaco

Ein Projekt von Magdalena München und der Lithografiewerkstatt Münchner Künstlerhaus.
Gefördert durch das Kulturreferat und den Migrationsbeirat München.

Migrationsbeirat München logoLogo of the Münchner Künstlerhaus   Bellevue di Monaco logo

Bios:

Fildiz Cakar - Female ExileYildiz Çakar, Autorin (TUR): Yildiz Çakar, geboren 1978 (Diyarbakir), ist Dichterin und Schriftstellerin. Neben ihrer Tätigkeit als Korrespondentin und Redakteurin für kurdische Zeitungen sind ihre Gedichte in zwei Bänden erschienen (»Friedhof der Sterne« 2004, und »Die Tür« 2012), in denen sie Motive des Todes und Exilerfahrungen verarbeitet. 2023 erhielt sie das Arbeitsstipendium des Berliner Senats für nichtdeutsche Literatur, 2021 das Stipendium Aus for Artists in Exile der Stadt Hamburg. 2019 war sie im Residenzprogramm des Literarischen Colloquium Berlins und von 2019 bis 2021 Teil des internationalen Dramatiker*innenlabor Out of sight (lcb, Maxim Gorki Theater, Neues Institut für dramatisches Schreiben, Robert Bosch Stiftung, Schauspiel Stuttgart). Außerdem hat sie eine Enzyklopädie der kurdischen Sprache, mehrere Romane und eine Kurzgeschichtensammlung veröffentlicht und ist Gründungsmitglied des Kurdischen Schriftstellerverbands.

Female Exile: Tine HagemannTine Hagemann, Figuren- und Schauspielerin (DE): Tine Hagemann ist freischaffende Puppenbauerin und Spielerin. Ihre Ausbildung machte sie an der Athanor Akademie für darstellende Kunst in Burghausen, am Figurentheater-Kolleg Bochum und HFS Ernst Busch, Abteilung Puppenspiel. Bei ihrer Arbeit verfolgt sie eine durch körperlichen und stimmlichen Ausdruck überhöhte Figureninterpretation im Sinne des „Physical Theatre“. Engagements führten sie u.a. ans Residenztheater München, Schauspielhaus Hamburg, Theater Oberhausen. Dabei entstand eine mehrjährige Zusammenarbeit mit Suse Wächter. Weiter arbeitete sie am Schuberttheater Wien, TamS Theater, Pathos Theater, „Theater viel Lärm um Nichts“ und anderen Münchener Off-Theatern. Sie spielte auf Festivals wie dem Heidelberger Stückemarkt (2014), Homunculus Figurentheaterfestival Hohenems (2021), den Mülheimer Theatertagen (2022) und dem Internationalen Figurentheaterfestival München (2022). Neben der Verwirklichung von eigenen künstlerischen Projekten, führt sie auch Auftragsarbeiten im Bereich Puppen- und Figurenbau aus. Sie lebt mit ihrer Familie in München.

Female Exile: Raquel RoRaquel Ro, bildende Künstlerin (ESP): Raquel Ro ist multimediale Künstlerin. Ihre Arbeit umfasst Installationen, Performances sowie die Herstellung von Objekten und Künstlerbüchern. Dabei nutzt sie verschiedene druckgrafische Techniken wie Lithografie, Radierung, Siebdruck und Linolschnitt. Inhaltlich setzt sie sich mit weiblicher Weisheit auseinander und stützt sich dabei auf Texte und Ausdrucksformen von Frauen aus Vergangenheit und Gegenwart, u. a. María Milagros, Rivera Garretas, Diana Sartori und Maria Zambrano. Sie studierte Kunst an der Universitat de Barcelona und der Escuela de Artes Plásticas der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM). Dort wurde sie von Maru Figueroa, Raúl Cabello und Luís Argudín unterrichtet. Sie studierte außerdem an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Matthias Wähner. Zusätzlich absolvierte sie Masterkurse in „Estudios sobre la Diferencia Sexual“. Sie ist Gründerin der druckgrafischen Werkstatt dreiUNdreizig. Seit 2021 leitet sie die Steindruckwerkstatt des Münchner Künstlerhauses und ist Co-Leiterin des Netzwerks für Frauen im Theater, Magdalena München.

Female Exile: Suzan CakarSuzan Çakar studierte Ethnologie und Jura in München, Bielefeld und Spanien und arbeitet im Bereich der politischen Bildung sowie als Moderatorin u.a. zu den Schwerpunkten Migration, Rassismus, Jugend und Feminismus. Als Mitbegründerin des Kollektivs We won’t shut up! Munich setzt sie sich mit kulturellen und politischen Veranstaltungen aktiv dafür ein, gesellschaftliche Missstände aufzuzeigen. Außerdem hostet sie die Talkrunde „Auf einen Mokka mit Sue“. Suzan flüchtete als Kind mit ihrer Familie nach Deutschland. Als Kurdin ist sie früh mit politischem Engagement in Kontakt gekommen.

Marianne Kjær Klausen, Regie und Dramaturgie (DK): Marianne Kjær Klausen studierte Philosophie und Kunstgeschichte in Kopenhagen und Berlin. Sie arbeitet als Regisseurin, Dramaturgin und Vermittlerin. Ihre Arbeiten umfassen Schauspiel und Musiktheater, Stückentwicklungen und Performances sowie Bürger- und Jugendprojekte. Ihr Schwerpunkt liegt auf Theater für junges Publikum und Frauen im Theater. 2020-2022 war sie Dramaturgin und Leiterin der “Jungen Hunde” am Theater an der Rott, womit sie weiterhin eng zusammenarbeitet. In München arbeitet sie regelmäßig mit dem PATHOS Theater zusammen, ist Co-Leiterin des Netzwerks für Frauen in der Kunst “Magdalena-München” und erhält 2025 ein Arbeitsstipendium der Stadt München. Sie übersetzt zudem sozialpolitische Bücher vom Deutschen ins Dänische, darunter “Kommunismus: Kleine Geschichte, wie alles endlich anders wird” von Bini Adamczak und “Psychopolitik” von Byung Chul-Han.

Helen Varley Jamieson, Theatermacherin und Kuratorin (NZL): Helen Varley Jamieson ist neuseeländische Autorin, Theatermacherin und digitale Künstlerin, die in München lebt. Sie hat einen Master of Arts im Bereich Cyberformance (Live-Online-Performance), die sie seit 1999 praktiziert. Im Jahr 2003 war sie Mitgründerin von UpStage, ein digitaler Veranstaltungsort für Cyberformance, und hat zahlreiche Festivals und Veranstaltungen online mitkuratiert. In ihre Arbeiten nutzt sie digitale Werkzeuge um aktuelle ökologische, politische und soziale Themen in Projekten wie Mobilise/Demobilise (2020-2023), We have a situation! (2013-2016), Unaussprechbarlich (2015-2018), Tales from the Towpath (2014) und make-shift (2010-12) zu beleuchten. Helen ist international in mehreren Netzwerken aktiv, die mit den Begriffen open source, feministisch, Theater und digitale Kunst beschrieben werden können. Seit 1997 engagiert sie sich für das Magdalena-Projekt, und gründete 2015 Magdalena München.